Obst & Gemüse

Anbauplan für den Gemüsegarten: es wird Zeit!

Es ist tiefster Winter und damit an der Zeit, mit dem Anbauplan für den Gemüsegarten zu beginnen. Und wie jedes Jahr graut mir vor dieser Aufgabe: wo soll ich bloß anfangen? Was ist besser, in Reihen oder wild durcheinander? Wie soll ich das alles unterbringen? Wie kann ich schon beim Design Schädlingsbefall minimieren? Versuchen wir mal, die Dinge ein bisschen zu systematisieren: 

Überlegungen zum Anbauplan für den Gemüsegarten

 

FruchtfolgeBedarfStandortSorteNachbarn
Unangefochten der wichtigste Faktor.

Von Beginn an führe ich deshalb eine xls Datei, in der ich das angebaute Gemüse geordnet nach Beeten in chronologischer Reihenfolge festhalte. Damit weiß ich immer, was die Jahre davor im jeweiligen Beet stand. Der Sinn dahinter liegt darin, eine einseitige Beanspruchung des Bodens zu verhindern. Ich achte daher auf die Pflanzfamilie (etwa Kohlgewächse, Leguminosen, Nachtschattengewächse…) und auf den Nährstoffbedarf (Starkzehrer, Schwachzehrer…).

Mittlerweile habe ich auch gelernt, dass die Fruchtfolge nicht allein von der Anzahl der Jahre abhängt, sondern auch von der Häufigkeit der Zwischenbepflanzungen durch Vor- oder Nachkulturen. Sprich, je öfter ich unterschiedliches Gemüse am gleichen Fleck hatte, umso früher kann ich auch wieder zur ursprünglichen Gemüseart zurückkehren.

Alle Jahre wieder verschätze ich mich, wieviel wir von jeder Gemüsesorte wirklich brauchen.

So haben wir oft zu wenig Erbsen, aber zu viel von den Pastinaken. Dazu kommt, dass ich immer neue Konservierungs­methoden ausprobiere, was sich ebenfalls auf die Anbaumenge auswirkt.

Seit ich nämlich weiß, wie man den leckersten roten Rübensalat einkocht, werde ich wieder verstärkt Rüben anbauen. Und auch Mais eignet sich wunderbar zur Konservierung, also mehr davon. Daher werde ich für die heurige Saison wieder Revue passieren lassen, wovon wir zu viel oder auch zu wenig hatten.

Sonne, Halbschatten, Höhenstaffelung…?

Das ist wie bei der Aufstellung zum Gruppenfoto: der zwei Meter hohe Mais gehört in den Hintergrund, damit auch kleinere Pflanzen Sonne bekommen. Leider ist unser Gemüsegarten nicht so groß wie ich gerne hätte und die Ortswahl ist damit eingeschränkt. Daher ist auch wichtig zu wissen, welche Pflanzen sehr sonnenhungrig sind (Paradeiser), welche mit weniger auskommen (Salat) und wieviel Platz die Pflanzen brauchen.

Nehmen wir zum Beispiel Zucchinipflanzen. Die können je nach Sorte kompakt bleiben oder mehrere Beete überwuchern. Doch selbst im ersten Fall nehmen sie viel Platz in Anspruch. Ich habe letztes Jahr die Erfahrung gemacht, dass man sie sehr gut in einem großen Container ziehen kann, wenn dieser immer gut gegossen wird und randvoll mit Kompost (oder in meinem Fall halb-fertigem Kompost vom Kaninchenmist) gefüllt ist. Das große Nährstoffangebot macht’s offenbar möglich. Damit kann ich den Zucchino auch dort hinstellen, wo kein Beet, dafür aber Platz ist. 

Frühreife, Krankheitsresistenz, Geschmack …?

Ich bin ein großer Fan von alten und/oder selten gewordenen Gemüsesorten und kaufe bei den entsprechenden Anbietern (Arche Noah, Reinsaat, diverse Anbieter in DE und CH). Dabei achte ich auch auf eine möglichst gute Verteilung der Erntezeit während der Saison. Man hat schließlich nichts davon, wenn alle Paradeiser fast gleichzeitig reif sind.

Manche Sorten sind aber ohnehin Dauerbrenner, und werden aufgrund ihrer geschmacklichen oder auch sonstigen Vorzüge jedes Jahr angebaut. Zusätzlich konsultiere ich meine “Samenbank” zuhause und sortiere alte Samenpackungen aus.  

Auch Gemüse mag nicht neben jedermann wohnen.

Andere Kombinationen hingegen sind gut zueinander. Bei der Planung werfe ich daher auch immer einen Blick auf meine Tabelle mit guten und schlechten Nachbarn (aus dem Internet). Meist achte ich nur darauf, die ungünstigen Kombinationen zu vermeiden, um die Sache nicht noch komplizierter zu machen.

Außerdem werde ich mein Experiment aus dem letzten Jahr wiederholen und die Paradeiser (wie hier berichtet) und Gurken (hier) mit Zwiebeln vergesellschaften; die scheinen sich sehr gut auf die Pflanzengesundheit auszuwirken.

Anbauplan für den Gemüsegarten – alles in Reih und Glied?
Anbauplan für den Gemüsegarten, los geht's!
Anbauplan für den Gemüsegarten, los geht’s!

Wie werden aber nun die Beete konkret gestaltet? Ich bin ja für eine möglichst große Diversität von Pflanzen in einem Beet. Die werde ich aber weitgehend durch viele Blumen und Kräuter in den Zwischenräumen herstellen.

Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern lockt auch Nützlinge an, beschattet den Untergrund und sorgt damit für bessere Bodenfeuchte und ist günstig für die Bodengesundheit. Duftende Kräuter wie Dill oder Basilikum können auch Schädlinge täuschen, aber verlassen würde ich mich nicht darauf.

Was die Anordnung betrifft, bevorzuge ich in vielen Fällen Gruppen anstatt wildem Durcheinander. Es ist einfacher, ein Schutznetz über die Kohlartigen zu spannen, wenn alle im selben Beet stehen. Und bei den häufig zu erntenden Fisolen halte ich mich auch lieber auf einem Fleck auf. Was ich jedoch gerne in die Beete untermische sind hie und da ein paar Knoblauchpflanzen, Zwiebeln, Karotten, oder Salatköpfe.

Im Jahr 2017 werde ich auch ein neues Experiment starten: die Aussaat nach dem Mondkalender. Ich bin zwar skeptisch, aber auch neugierig, ob es einen merklichen Unterschied geben wird. Über den Ausgang werde ich auf jeden Fall berichten!